Feuersalamander im Harz

Während einer Wanderung Anfang November 2015 von Ilsenstein zu den Zeterklippen im Nationalpark Brocken ist es schon eine Überraschung bei den recht kühlen Temperaturen einen Feuersalamander zu finden. Ich dachte schon daran nun  im Reich des Feuersalamanders zu sein, aber einen zu finden, habe ich nicht erwartet. Bei Temperaturen um die 5°C im Talbereich entlang der Ilse, immerhin war es schon Spätherbst, fanden  wir einen Feuersalamander der uns quer über den Wandersteig lief. Wir hatten an diesem Wochenende eine Inversionswetterlage, eiskalte Täler und angenehm temperierte Gipfellagen.

 

Der Feuersalamander, eines der schönsten Landsalamander in Mitteleuropa, hat einen kräftigen Körper mit einem breiten und flachen Kopf. Der Körper ist zylindrisch mit einem runden Schwanz. Am auffälligsten ist sein Farbmuster. Auf dem glänzenden schwarzen Untergrund heben sich gelbe Punkte, streifige Flächen auffällig ab. So unterscheiden sich auch die Unterarten. Es gibt in Europa 13 bis 14 Unterarten. In Mitteleuropa kommen zwei Unterarten, eine nördliche und eine westliche, vor, (S.s. terrestris) und eine östlich-südöstliche Unterart (S.s. salamandra). Dabei gibt ein großes Überschneidungsgebiet beider Unterarten in Sachsen, Thüringen, Nordbayern und Rhein-Maingebiet. Die östlichen Gebieten Deutschlands (östlich der Elbe) sind frei von Feuersalamandern.

 

Zur Lebensweise ist bekannt, dass der Feuersalamander im Winter in kältegeschützten Spalten und Höhlen überwintert. Die Paarung erfolgt in den Frühlingsmonaten. Das Weibchen setzt die Larven im April/Mai im Gewässer ab. Die Larven ernähren sich von Krebstieren aller Größen.

 

In unseren heimischen Verbreitungsgebieten wie dem Harz und dem Tharanther Wald findet man den Feuersalamander noch recht häufig. Besonders an Regentagen vom Frühjahr an bis in den Herbst hinein findet man ihn mit etwas Glück auf Wegen und Steinen in der Nähe von Bachläufen. In der Literatur wird erwähnt, dass er meist nur nachts zu finden sei. Meine Beobachtungen waren meist nur tagsüber bei regnerischen kühlen Wetter.

 

Feuersalamander haben eine sehr hohe Lebenserwartung, im Freiland bis zu 20 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 50 Jahre.

Der Feuersalamander ist wie alle Reptilien, Lurche und Amphibien in Deutschland streng geschützt.

 

Der Feuersalamander , Lurch des Jahres 2016

 

In der Wissenschaft wurde der Feuersalamander als Lacerta salamandra durch Carl von Linne‘ 1758 erstmals beschrieben. Er wurde noch mit Eidechsen in eine Gattung gestellt. Im Volksmund war der Feuersalamander als Feuermolch beschrieben, der zum Schutz vor Bränden ins Feuer geworfen wurde. Heute steht der Feuersalamander unter Schutz. Er zählt zu den in Deutschland wenigen ungefährdeten Amphibienarten. Die Habitatsverluste waren für ihn in den letzten 100 Jahren nicht so massiv wie für die meisten Amphibienarten. Seine Habitate sind dennoch von vielen Veränderungen bedroht. Eine neue Bedrohung dieser schönen Amphibienart ist der Töpfchenpilz, Batrachochytrium salamandrivorans, der seit 2013 entdeckt wurde. Das Sterben der Feuersalamander wurde bisher erst in den Niederlanden beobachtet.

 

Spezielle Schutzmaßnahmen in Deutschland sind bisher nur in wenigen Bundesländern bzw. Landkreisen bekannt, so zum Beispiel Landkreis Mittelsachsen.

 

Ofenfischchen und Gottesanbeterinnen

Über den Jahreswechsel 2014/2015 waren wir mit einer kleinen Reisegruppe wüsteninteressierter Freunde in Ägypten. Unser Ziel beschränkte sich nach einem kurzen Aufenthalt in Kairo mit seinen Pyramiden auf die Ghurd Abu Muharrik-Düne, ungefähr 400 km südlich der ägyptischen Hauptstadt, inmitten des Großen Sandmeeres der Sahara. Es war Winter in Ägypten. Die Temperaturen lagen tagsüber bei 24°C und sanken in der Nacht auf 4 bis 6°C (gefühlte Temperatur). Nach Meinung unserer Beduinen war es um diese Jahreszeit ein besonders kalter Winter. Normalerweise liegen die Temperaturen 5 bis 8°C höher, tagsüber wie auch in der Nacht.

 

Die Wanderung erstreckte sich 170 km über die Dünenkämme dieser großen langgestreckten Wanderdüne. Die Zelte, das Essen, das Trinkwasser und Brennholz sowie unsere Taschen trugen die einhöckrigen Kamele. Diese Abu Muharrik ist die größte der ägyptischen Wanderdünen, sie ist 500 km lang, bedeckt eine Fläche von ca. 6000 Quadratkilometern und ist damit deutlich auf Satellitenaufnahmen sichtbar. Sie bewegt sich ca. 9 m pro Jahr. Noch im 19. Jahrhundert war das Ausmaß dieser Wanderdüne völlig unbekannt, Ende des 19. Jahrhunderts schätzte der Geograf John Ball ihre Länge auf 350 km. Erst 100 Jahre später wurde ihre wahre Länge anhand von Satellitenaufnahmen auf ca. 500 km erhöht.

 

Nach 3,5 Stunden erreichten wir unser erstes Wüstenlager (N 28°42‘60‘‘; E 29°13‘17‘‘). Zu Beginn unserer Wanderung ist die Wüste ist noch flach. An zahlreichen Stellen lagen vom Wind freigewehte Muschelschalen (vorwiegend Austern), aber auch keine Schneckenhäuser. Nach einem Tag begann der Aufstieg auf die Dünenkämme. Die Dünenlandschaft war unterbrochen durch felsige Gebirgsstöcke, die infolge vulkanischer Aktivitäten durch den Meeresboden empor gehoben haben.

 

Unsere Zelte standen in den Senken zwischen den Dünenkämmen, so waren wir vom Wind etwas geschützt. Während der täglichen Wanderungen auf der Düne beobachtete ich, nachdem die Sonne sich ihrem höchsten Punkt näherte und die Temperatur am höchsten war, kleine braun silbrig glänzende Tierchen, die unsere Silberfischchen sehr ähnlich waren. Es waren Ofenfischchen, Thermobia aegyptiaca (Lucas, 1840), wie ich später herausfand. Sie hatten eine Größe von 4 bis 11 mm. Sie rannten immer auf der dem windabgewandten Seiten der Düne in großer Anzahl 30 Tiere aller Größen scheinbar ziellos auf dem Sand herum. Es erschien mir fraglich, wovon sich die Ofenfischchen ernähren, vermutlich sind es vom Wind eingetragene Pollen.

 

Die Ofenfischchen ordnen sich wie folgt ein: Ordnung: Zygentoma, Familie: Lepismatidae, Gattung: Thermobia, Art: Thermobia aegyptiaca

 

Gleichzeitig sah ich auf den Dünen hochbeinige Insekten, die durch unser Laufen aufgeschreckt waren. Beim näheren Betrachten waren es Mantiden, die durch ihren gestelzten Gang einen Schatten auf den Wüstensand warfen, und damit auffällig wurden. Mantiden in der Wüste, dort wo hunderte Kilometer nur Sand und extreme Trockenheit das Landschaftsbild prägen? Wie kann das sein? Bei weiterem Überlegen entstand bei mir der Zusammenhang zwischen Mantiden und den Ofenfischchen, - Beutegreifer und Beutetiere.

 

Die gefundenen Mantiden gehören zur Gattung der Wüstengottesanbeterin, Eremiaphila. Es sind kleine bodenbewohnende Mantiden, die sich durch einen gedrungenen Körper auszeichnen. Durch ihre langen Laufbeine sind sie sehr schnelle Läufer und ideal an heißen Wüstenboden angepasst. Besonderheit der Gattung, sie häuten sich im Stehen.

Derzeit sind 68 Arten beschrieben, z.B. Eremiaphila brunneri.

Sie ernähren sich vermutlich von Ofenfischchen, andere Insekten waren nicht zu finden. Aktivitätszeiten waren die gleichen wie bei den Ofenfischchen. Die Mantiden waren jedoch häufiger zwischen den Dünenkämmen zu finden, als oben auf den Dünen.

 

Haltung der Ofenfischchen unter Terrarien Bedingungen

Vorzugstemperatur 32° bis 37°

Feuchtebedarf ist sehr gering,

Lebensdauer der Imagines: 1 bis 7 Jahre

Futter: Zellulose, organische Stoffe, im Terrarium: Fischfutter in Blättchen Form und Zellulose der Tempotaschentücher.

 

Felsenagamen, der iranischen Species Laudakia

Während unserer Iranreise im Sommer dieses Jahres besuchten wir zwei große Naturräume der Islamischen Republik Iran. Unsere Reise begann im Norden, im Elburz-Gebirge, nordöstlich von Teheran. Die Besteigung des Damavand mit seinen Akklimatisierungsbergen, waren unsere eigentlichen Ziele. Dennoch blieb zwischen den Akklimatisierungstouren auf die Viertausender noch ausreichend Zeit, um nach Pflanzen und Reptilien Ausschau zu halten. In den Höhen um 3500 m blühten noch ausreichend viele Frühlingsblüher, wie Tulpen, Allium- und Irisarten. So zum Beispiel Allium bungei, Glaucium elegans, Dionysia hausknechtii

 

In Rudbarak unserem Basislager und Ausgangspunkt unserer 6 tägigen Bergtour hatte ich zwei halbe Tage Zeit bei Sonnenschein und warmen Temperaturen in ein schmales Tal aufzusteigen und mich voll und ganz den Agamen zu widmen, die hier leben sollten. Rudbarak liegt auf ca. 2000 m Meereshöhe. Durch das Tal floss ein schmaler, aber reisender Bergfluss Rud-e Safid, der auf seinen beiden Seiten kleine und sehr große rundgeschliffene Felsbrocken auftürmte. Dies waren die Sonnen- und Versteckplätze der Agamen, der Gattung Laudakia. Es waren zwei Arten zu beobachten. Sie waren wesentlich kleiner als die später im Süden gefundene Art Laudakia nupta. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit die beiden Arten anhand der Fotos zu bestimmen

 

Auf eine Entfernung von gut zwei Meter konnte ich mich ihnen langsam nähern. Sie hatten mich ständig im Blick und jede schnelle Bewegung ließ sie zwischen den Steinen verschwinden. Es dauerte aber nicht lang, waren sie wieder zu sehen. Ich hatte den Eindruck, sie sind sehr standorttreu. Die Agamen waren immer nur einzeln und in größeren Abständen zu einander zu sehen.

 

Mit dem Flugzeug ging es dann 500 km südlich von Teheran in die Provinz Fars. Von hier aus begann unsere Kulturreise durch Persien mit dem Auto in Richtung Norden. Shiraz ist die Provinzhauptstadt dieser Region. Nach einer Besichtigung des alten Persepolis mit seinen Palästen und Prunkstraßen fand ich in der Nähe eine größere und farblich auffallendere Agamenart, Laudakia nupta, ist eine Unterart von Laudackia caucasica. Das Habitat besteht aus felsigen Graslandschaften mit vereinzelten Sträuchern und Bäumen (vorwiegend Eichen). Meine Aufnahmen entstanden im Felsengebiet von Naqsh-e Rostam, 4 km nordöstlich von Persepolis, am Hossein Kuh Berg. Gleich in Nachbarschaft befinden sich die Felsengräber der Achämeniden-Herrscher. 

 

Die Fluchtdistanz war hier viel größer als im Norden. Eine Ursache könnten die Besucher sein, die die Gräber besuchen. Da wir die einzigen Zweibeiner waren gelangen mir die Aufnahmen ohne große Wartezeiten auf den richtigen Moment des Auslösens. Die Männchen waren in Balzstimmung und zeigten ihre türkisfarbenen Kehlen. Innerhalb der kurzen Zeit des Aufenthalts habe ich ca. 8 Agamen beobachten.

 

Herbstexkursion 2014

Wir haben es doch geschafft, eine Exkursion für dieses Jahr noch auf die Beine zu stellen. Kurz entschlossen vereinbarten wir mit dem Kranichzug-Beauftragter für Sachsen, Andreas Selbmann eine Abendexkursion in die Dübener Heide, um die dort rastenden Kraniche zu beobachten. Wir, das waren Martina, Jana, Frank W. und ich holten Andreas Selbmann zu Hause in Eilenburg ab. Dann ging es Richtung Dübener Heide.

Antillen Pfeiffrösche

Bei einem abendlichen Rundgang durch die Gewächshäuser im Botanischen Garten Halle hatten wir die Chance eine Vielzahl von trällernden Stimmen aus der Dunkelheit des tropischen Dschungels zu lauschen. Die Stimmen kamen aus allen Richtungen, von den Palmen im oberen Bereich ebenso aus dem Unterholz...

Im Frühjahr 2009 und 2010 hatten wir ein paar Tage Urlaub auf der Insel Sylt verbracht. Bei Temperaturen um die  6° - 10°C  hatten wir kein ideales Badewetter, denn die Nordsee wird um diese Jahreszeit im März auch nicht mehr als 4°C Wassertemperatur haben. Auch der häufige Regen in den Nachmittags- und Abendstunden lies keine Sehnsucht nach Strand und Sonne aufkommen, aber für lange Wanderungen am Strand war das Wetter ausreichend gut. ..

In diesem Jahr hatten wir gleich zwei Exkursionen geplant. Beide Exkursionen, die eine nach Hirschfeld zur Schildkrötenanlage und die andere nach Geising ins Hochmoor, waren ganz besondere Höhepunkte in unserem Vereinsprogramm. Für die Terrrarianer war der Besuch der wunderschönen Freilandanlage für Schildkröten von Ingo Giebner wie ein Traum, den jeder von uns schon mal geträumt hatte, ein großes Grundstück,  große naturnahe Freilandbecken für verschiedene Arten von Schildkröten...

Immer ist es ein sehr erfreuliches Erlebnis nach einem langen Winter die ersten Schlangen im Freilandterrarium wieder zusehen. Ein gutes Gefühl kommt auf, es ist wieder mal gut gegangen, der Überwinterungsbehälter war tief genug, das zusätzlich aufgeschüttete Buchenlaub war ausreichend. Wenn ich dann nach und nach alle Schlangen wieder gesehen habe, kommt Freude auf. Die darauf folgende Paarung und letztendlich auf die Jungtiere im Spätsommer, lassen das Terrarianerherz höher schlagen. Doch danach geht das Bangen wieder los, wie werden die Jungtiere in den Herbst kommen und den darauf folgenden Winter überstehen. Und das ist auch sehr abhängig von der Wetterlage...

Als ich den Garten winterfest machen wollte, fand ich in einem Wasserfass ganz oben am Rand zwei Frösche. Das Fass ist geschlossen und nur durch eine Dachrinne erreichbar. Wir kamen sie da rein? Ich nahm die Frösche und schaffe sie zum Nachbarn an einen Gartenteich. Ob sie wohl damit zufrieden sind? Vielleicht hatten sie sich mein Wasserfass als Wohnort ausgesucht? Nun habe ich sie doch zwangs-umgesiedelt, gefällt es ihnen dort? Ich weiß es nicht. Ich hoffe sie finden sich damit ab, oder ziehen weiter…
Jana Schumann

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© 2013 by Verein für Terrarienkunde und Feldherpetologie "Prof. Emil Adolf Roßmäßler" Leipzig e.V.

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