Der Antillen Pfeiffrosch  - Eleutherodactylus johnstonei

Bei einem abendlichen Rundgang durch die Gewächshäuser im Botanischen Garten Halle hatten wir die Chance eine Vielzahl von trällernden Stimmen aus der Dunkelheit des tropischen Dschungels zu lauschen. Die Stimmen kamen aus allen Richtungen, von den Palmen im oberen Bereich ebenso aus dem Unterholz. Mit etwas Ausdauer und gezieltem Hören konnten wir die kleinen Quäker orten und dann auch zu Gesicht bekommen. Sie sitzen in den Bromelientrichtern, auf Zweigen und Blättern der Pflanzen.

 

Wir hatten die Gelegenheit an einem Sonntagabend im November mit Axel Fläschendräger die Gewächshäuser des BG Halle zu besichtigen. Dabei erzählte uns Axel etwas über die Herkunft der Antillen Pfeiffrösche und wie sie den Weg in den BG Halle fanden.

 

Der Antillen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus johnstonei) stammt von Inseln der Kleinen Antillen in der Karibik, ursprünglich wahrscheinlich von St. Lucia.

Im Tausch mit ein paar Geckos erhielt er einige Pfeiffrösche aus dem Botanischen Garten Basel. In den Tropenhäusern haben sich gut eingelebt und auch vermehrt. Im Sommer wurde eine Ringelnatter in Palmenhaus gesehen, vermutlich gehören die Frösche zum Beutespektrum.

 

Am Tag schweigen die Frösche, erst in der beginnenden Dämmerung stimmen die Frösche ihr Konzert an. Als Lockruf für die Weibchen quaken oder pfeifen die Männchen mit ihrer großen Schallblase von der Dämmerung bis nach Mitternacht.

Hörprobe: http://pages.unibas.ch/botgarten/pfeiffrosch/pfeiffrosch.mpg

 

Sie fressen vor allem Ameisen, aber auch Spinnen, Zikaden und Springschwänze. Die 10–30 Eier werden auf den Boden oder auf einer geeigneten Pflanze abgelegt, z. B. auf einer Trichterbromelie. Das Gelege ist etwa 15 mm groß und mit einer schützenden Schleimschicht überzogen. Die befruchteten Eier entwickeln sich direkt zu «fertigen» Fröschen. Beim Schlüpfen sind die winzigen Jungtiere nur so groß wie eine Ameise. Sie befreien sich aus der Eihülle mit Hilfe eines kleinen Eizahnes an der Schnauzenspitze.

 

Für die Terrarienhaltung im Wohnbereich sind sie sicher zu laut, gerade in der Nachtzeit braucht man auch ein paar Stunden erholsamen Schlaf. Selbst der härteste Terrarianer wird irgendwann genervt die Frösche abgeben.

(Quelle: Botanischer Garten der Universität Basel)

 

Eckhard Stange

© 2013 by Verein für Terrarienkunde und Feldherpetologie "Prof. Emil Adolf Roßmäßler" Leipzig e.V.

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